Wann der oide Wessely im Wirtshaus sitzt, redt er gern von der Vergangenheit.
Nur das des für eam no net vergangen is, weil er träumt von einer neuen Zeit.
"Jo i sogs euch" sagt der oide Wesseley, "damals unterm Hitler
war`s scho guat. Heut - wann der no lebn tät - gebat`s sowas net, mit der
ganzen Terroristenbruat." Seine Freund die ruafen "Bravo Wessely!"
und bestön a neiche Runde Bier. Und die blade Wirtin setzt sie a dazua und sie
haut sie auf die fetten Knia. Weil der Wessely grad Judenwitz dazöhlt und weil
des so furchtbor lustig is. Sagt die blade Wirtin mit ganz feichte Augn:
"Gratuliere, gratuliere, Herr Wessely, kana kann so Judenwitz dazöhln, wia
sie."
Draußen auf der Stroßn geht a Facklzug und die Fackln leuchten durch die Nacht.
Es wern imma mehr, bis ganz taghell drausd wird. Und bis kana mehr im Wirtshaus
lacht. Fäuste rütteln draußen an der Eingangstür und jetzt kommt ein junger
Mann herein. Und er sagt "Wo is der oide Wessely? Der soll unser neuer
Führer sein!" Und der oide Wessely springt am Tisch. Führermäßig knoit er
d`Hackn zam. Und die oide Wirtin sagt "I hobs jo gwusst. Gratuliere,
gratuliere, Herr Wessely, kana kann den Hitlergruaß so gut wie sie!"
Plötzlich woch i auf und lieg daham im Bett, aber es is eh zum Aufstehn Zeit.
Drunten vor der Haustür steht a Bsoffener und i hea, wie der "Heil
Hitler" schreit. Aufstehn, anziagn, owegehn, in`d Goschn haun. Des is
olles, was i mochn mecht. A wann des nix ändert, mir hüfts wenigstens, weil mir
is vua Wut im Bauch ganz schlecht.
Und es gibt no imma so vü Wesselys und ihr Mief verstinkt die ganze Welt. Und
die bladen Wirtinen sterbn a net aus. Gratuliere, gratuliere, Herr Wessely,
kaner hat die Jugend so versaut, wia sie!